modifizierte Hefe (Backwaren , Wein, Bier)

Hier findet sich eine Liste von Lebensmitteln, die modifiziert wurden, jedoch als solche im Handel NICHT erkennbar sind.

modifizierte Hefe (Backwaren , Wein, Bier)

Beitragvon Admin » So 5. Jul 2015, 09:30

[1] Die Märchenfassade vom Reinheitsgebot - Wie die Brauereien ihr Bier produzieren

Neben verunreinigtem Wasser, in dem jetzt sogar Mikrofasern von Textilien (also Plastikfasern) nachgewiesen wurden [3], gibt es noch mehr interessante Inhaltsstoffe, die so nicht deklariert werden:

Eine weitere Zutat zum Bier, die schon das mittelalterliche Reinheitsgebot vom Jahre 1516 duldete, ist die Hefe. Sie gilt bis heute als das "Haustier" der Brauer und sie ist natürlich das Ergebnis einer langen Züchtungsgeschichte.
Heute geschieht dies mit einer auf spezielle Weise gentechnisch modifizierter Hefe:

Bei der Selbstklonierung werden manche Gene entfernt, andere vermehrt und es wird auch sonst ein wenig herumgeschnippelt. Der Umbau des Erbguts erfordert nicht weniger Eingriffe als für einen sog. Genmais notwendig sind.
Das ist ziemlich umständlich, aber mit diesem Kunstgriff sind die Gentechnologen aus dem Schneider - werden nur Hefe-eigene Stoffe verwendet (und kein Artfremdes Erbgut eingebracht), so darf der entstandene Stoff als "Frei von Gentechnik" deklariert werden.

Dies ist sehr kreativ in den gesetzlichen Definitionen verankert, genaugenommen in der europäischen Richtlinie 2009/41/EG vom 6. Mai 2009 gemäß Art. 3 Absatz 1 Buchstabe a in Verbindung mit Anhang II Teil A Ziffer 4.
Somit ist das Paragraphenreiten die Paradedisziplin der Lebensmitteldeklartion.

Diese Methode wird gleichermaßen auch bei der Konstruktion von Designer-Hefen für Wein und Brot genutzt. Mahlzeit!

[2]:
Weitere Gesetzeslücken sind:
Nicht kennzeichnungspflichtig sind Produkte wie Wein oder Bier, wenn sie mit gv-Hefen hergestellt wurden. Voraussetzung ist: Die gv-Hefen sind aus dem Produkt vollständig entfernt und nicht mehr nachweisbar.

Hefeprodukte oder -lebensmittel bleiben ohne Kennzeichnung, wenn die bei Züchtung und Kultivierung der Hefe verwendeten Nährlösungen aus gentechnisch veränderten Pflanzen gewonnen sind.

Produktionstechnische Veränderungen:

Bäckerhefe: Verkürzung der Gehzeit des Hefeteiges, Verbesserung der Teigstabilität

Bierhefe: Vereinfachung des Gärverfahrens für alkohol- und kalorienarme Biere, Geschmacksstabilität, weniger Rückstände beim Filtrieren

Weinhefe: Optimierung des Gärprozesses, Verkürzung der Gärzeiten; Aromastabilität, Geschmacksverbesserung, Erhöhung der Gärleistung mit dem Ziel der vollständigen Vergärung des Zuckers, sodass keine Restsüße im Wein verbleibt; Verkürzung der Flaschengärung beim Champagner; Verringerung von krebserregenden Stoffen, die bei der Vergärung entstehen

In den USA, Kanada, Moldawien und Südafrika sind auch direkt genveränderte Hefen zugelassen, die bei der Weinherstellung eingesetzt werden.
Eine gv-Hefe (ML01) soll z.B. Geschmack und Farbstabilität des Weines verbessern sowie die Entstehung unerwünschter Stoffe (Histamine) verhindern. Sie ist auch in Moldawien zugelassen.

[Anmerkung d. Red.: Es ist dabei nur eine Frage der Zeit (und es Aufwands), bis diese und andere genetische Modifikationen durch die Technik der "Selbstklonierung" umgesetzt ist und damit ohne Kennzeichnung im Handel ist]


Quellen:
(1) http://www.deutschlandradiokultur.de/er ... _id=284268
(2) http://www.transgen.de/datenbank/zusatz ... .hefe.html
(3) http://www.huffingtonpost.de/elisabeth- ... 39592.html
-----
Alternativen
Selbstgemacht - etwas aufwändiger, aber dafür mit mehr Liebe und somit auch mehr Geschmack:
http://www.daskochrezept.de/community/b ... age-1.html
Admin
Administrator
 
Beiträge: 242
Registriert: So 22. Jun 2014, 12:20

Zurück zu Gentechnisch veränderte (gv) Lebensmittel ohne Deklarationspflicht



cron